Ratingen — 13 Juni 2017

Auf Initiative der SPD fasste der Bezirksausschuss Mitte den Beschluss mit Stimmen von CDU, SPD und Grünen, die Sportplätze Talstraße und Aue im Sinne des einstimmigen Ratsbeschlusses zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum aufzugeben und über die konkrete Nachnutzung im Rahmen einzelner Bauleitplanverfahren konkret zu entscheiden.


BU und FDP stimmten dagegen. Mit der gleichen Argumentation wie die „Bürgerinitiative zum Erhalt von Sportplätzen“. Dabei werden aus Sicht der SPD Behauptungen aufgestellt, die so nicht richtig sind. Niemand will in Ratingen genutzte und nachgefragte Sport- und Freizeitsportflächen aufgeben. Und niemand will in Ratingen dem Schulsport Flächen wegnehmen. Ein Blick in den gerne ins Feld geführten Sportentwicklungsplan zeigt eindeutig, dass es in Ratingen anders aussieht als behauptet.

Der Sportentwicklungsplan stellt fest, dass Ratingen ausreichend Sportflächen hat und spricht vielmehr von der „Aufgabe einzelner Sportstätten“. Der Sportentwicklungsplan fordert dagegen den „Ausbau von Bewegungsangeboten für Ältere und im öffentlichen Raum“, also keine neuen Sportplätze. Dazu gibt es ja auch konkrete Idee auf bestehenden Grünflächen.

Auf dem aktuell nicht mehr nutzbaren Sportplatz Talstraße wird eine attraktive Anlage für den Schulsport errichtet, die auch für Freizeitsportler/innen nutzbar sein soll. Damit stellen sich Schule(n) und Sport besser!

Ratingen hat eine neue Bezirkssportanlage mit einer beleuchteten Laufbahn für alle Freizeitsportler/innen und Sportanlagen in allen Stadtteilen, die zum Teil sehr aufwändig renoviert wurden. „Geschäftsgrundlage“ des seinerzeitigen Baubeschlusses für die Bezirkssportanlage war auch die Aufgabe der nicht mehr genutzten Sportplätze wie Aue und Talstraße.

Sowohl Talstraße und Aue weisen erhebliche Restriktionen wegen der engen Nachbarbebauung auf, so dass Ideen wie vermehrter Freizeitsport automatisch zu Konflikten mit denen führen wird, die jetzt so vehement den Erhalt der Sportplätze fordern.

Zudem muss der Rat eine Güterabwägung treffen, da verfügbare Flächen nur einmal genutzt werden können. Dabei geht es dann auch um die Frage, wo die größten Bedarfe sind. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist sehr groß. Ratingen muss eine Stadt sein, in der auch junge Familien und Normalverdiener wohnen können. Das setzt voraus, dass sich auch Stadtteile weiter entwickeln und Grundstücke anders genutzt werden. Und das geschieht sehr behutsam unter Wahrung der Belange der Anlieger.

Andererseits kann Ratingen aufgrund seiner Lage mit der unmittelbaren Nähe beider aufzugebender Sportplätze zu attraktiven Naherholungsgebieten den Wünschen der Freizeitsportler Rechnung tragen. Und zwar ohne die Sportplatzflächen dafür zu nutzen.

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