Sport — 29 August 2017

Handball SG Ratingen. Wer die ersten fünf Jahre des Löwenrudels begleitet hat, der kann sich ein Bild davon machen, was es heißt vom Erfolg verwöhnt zu werden.


Bastian Schlierkamp

Eine stetige Weiterentwicklung auf und neben der Platte führte zu zahlreichen Erfolgen bei nahezu allen Mannschaften innerhalb des Löwenrudels. Außerordentliche sportliche Errungenschaften wurden beinahe zur Gewohnheit, und so baute sich langsam aber sicher eine schier unerfüllbare Erwartungshaltung innerhalb und außerhalb des Vereins auf.

Spätestens mit dem Abstieg aus der dritten Liga und anderen Rückschlägen ist aber klar: Die SG Ratingen ist kein Selbstläufer. „In der vergangenen Saison und darüber hinaus ist vieles nicht so gelaufen, wie wir uns es vorgestellt hatten. Eine von vielen Faktoren abhängige Abwärtsspirale konnten wir nicht mehr umkehren“, erstellt Bastian Schlierkamp eine ebenso kurze wie schmerzhafte Analyse der vergangenen achtzehn Monate. Dem Rudel eigene sowie fast jeden anderen Vereine ebenfalls betreffende Probleme warten darauf, angepackt zu werden. Und genau das passiert just in diesem Moment an vielen Stellen innerhalb des Rudels. Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Ursachenfindung und -bekämpfung ist dabei die Einrichtung des Beirates. Doch was soll und vor allem, was kann diese Institution leisten?

Schlierkamp skizziert die Entwicklung der SG folgendermaßen: „2011 haben wir mit einigen wenigen Löwen der ersten Stunde alles, aber auch wirklich alles selbst gemacht. Und dieser sehr kleine Kreis an Menschen, die den gesamten Verein nach vorne bringen wollten, ist mit den Jahren merklich gewachsen. Das Gesamtkonstrukt SG Ratingen erfordert immer mehr Expertenwissen, immer mehr Engagement auf den verschiedensten Ebenen.“ Was läge da näher, als dieses in einem Beirat zu bündeln?

Doch allein das Etikett macht noch kein funktionierendes Gebilde, weiß auch Schlierkamp: „Jeder Verein, jede Organisation lebt von der Leidenschaft, die ihre Mitglieder bereit sind einzubringen. Am leichtesten fällt dies, wenn die Leute merken, dass sie gebraucht werden, ihr Einfluss Wirkung zeigt und sie ein direktes Feedback erhalten. Von einer entstehenden Dynamik lassen sich dann weitere anstecken und es entsteht das genaue Gegenteil einer Abwärtsspirale. Und dabei spreche ich nicht primär von Aufstiegen und kurzfristigen Erfolgen. Das übergeordnete Ziel lautet, jedem innerhalb und außerhalb des Rudels zu zeigen, dass man tatsächlich nur „Im Rudel besser.“ sein kann.“

Und so verwundert die Zusammensetzung des einberufenen Gremiums kaum. Alle Belange eines Vereins werden abgedeckt, es finden sich Vertreter aus Sport, Politik und Wirtschaft wieder – allesamt mit ausgewiesener Expertise. Für den Sport stehen mit Arthur Giela, Anthony Pistolesi und Richard Ratka Persönlichkeiten ein, die auf nationalem und internationalem Niveau größte Erfahrung vorweisen können. Die örtliche und regionale Wirtschaft vertreten Rainer Heckermann, Oliver Franke, Rolf Schlierkamp und Ullrich Fremdling, die Politik vertritt Rainer Vogt. Das Gremium wird zudem durch einen Vertreter des Löwen-Clubs, der Netzwerkplattform der SG Ratingen komplettiert. Birgit Kieslich, selbst (ehemals aktive) Löwin und Mutter von zwei Nachwuchslöwen, bringt für diese Aufgabe beste Voraussetzungen mit.

Mit Hilfe dieses Beirates, aber eben nicht mit ihm allein, streben Schlierkamp und Co. den Turnaround an. Mit noch mehr Möglichkeiten zur direkten und indirekten Einflussnahme, mit noch mehr Engagement und noch mehr Fachwissen. Das Wichtigste für Schlierkamp und die SG aber ist die emotionale Beteiligung aller Mitglieder: „Wer mit dem Herzen dabei ist und für die Sache brennt, kann andere anstecken. Und diesen Funken wollen wir entzünden.“

Foto: Leuchtkraft

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