Featured Ratingen — 25 Oktober 2017

Ratingen. Für das geplante Erweiterungsgebäude für die DKV Euro Service GmbH an der Balcke-Dürr-Allee in Ratingen-Ost haben die Beteiligten (Unternehmen, betroffene Anwohner und Stadtverwaltung) die Möglichkeiten einer Kompromisslösung ausgelotet.


Luftbild: www.ragentur.de

Insgesamt drei Mal fanden unter der neutralen Moderation von Jens Stachowitz (Kommunalberatung) gemeinsame Gespräche statt. Zunächst wurden die unterschiedlichen Interessen ausgetauscht und Möglichkeiten einer Annäherung diskutiert. Die Ergebnisse wurden dann in mehreren Änderungen / Verbesserungen des Planungsentwurfs umgesetzt. Das Ziel der Stadtverwaltung war dabei die Einbindung des Neubaus in das Ensemble der Balcke-Dürr-Allee unter Berücksichtigung der nachbarschaftlichen Interessen. Diese wurden in einer modifizierten Bauvoranfrage beim Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauordnung zur Prüfung und Bescheidung eingereicht. Über den aktuellen Planungsstand sowie die vorangegangenen Gespräche hat Bürgermeister Klaus Pesch vereinbarungsgemäß den Ältestenrat informiert. Im Ergebnis wird der Bauvorbescheid nun auf Basis der veränderten Planungen erteilt.

Vor den Gesprächen mit Vertretern der DKV Euro Service GmbH und der angrenzenden Eigentümergemeinschaften waren die Fronten verhärtet. Gegen die vorgelegten Pläne zur Erweiterung von DKV Euro Service an der Balcke-Dürr-Allee, insbesondere gegen die Abweichungen von den Festsetzungen des gültigen Bebauungsplanes, formierte sich bei den benachbarten Anliegern heftiger Widerstand. Deren Einwände richteten sich gegen die geplante Höhe des Neubaus, die Überschreitung der Baugrenze und die vorgesehene Brückenverbindung. Außerdem befürchteten die Anwohner zusätzliches Verkehrsaufkommen in der Oststraße und Schleichverkehr in der Hugo-Schlimm-Straße.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und demografische Entwicklung der Stadt Ratingen beauftragte Bürgermeister Klaus Pesch, in Gesprächen mit Vertretern der angrenzenden Eigentümergemeinschaften an der Hugo-Schlimm-Straße sowie des Unternehmens auszuloten, mit welchen Planänderungen den Bedenken der Anwohner entgegen gekommen werden kann. Die nun vorgelegte geänderte Bauvoranfrage berücksichtigt mehrere Kritikpunkte der Anwohner.

„Auch wenn nicht alle Vorschläge und Forderungen der benachbarten Anlieger in die veränderte Planung aufgenommen werden konnten, so haben wir doch eine Lösung erreicht, durch die mehrere Verbesserungen für die Anwohner erreicht werden konnten. Ich habe den Bauvorbescheid deshalb unterzeichnet“, so Pesch.

Beispielsweise wird durch eine schlankere Bauweise des Neubaus (Staffelung der Obergeschosse) eine Verschattung der dahinter liegenden Grundstücke so weit reduziert, dass sie derjenigen einer Bebauung gemäß B-Plan gleicht. Ein größerer Abstand zwischen Bestandsgebäude und Erweiterungsbau sorgt außerdem für einen „luftigeren“ Durchgang.

Nachdem zunächst eine Verbindungsbrücke zwischen dem DKV-Bestandsgebäude und dem geplanten Ergänzungsbau in den obersten drei Stockwerken angedacht war, reduzierte das Unternehmen seine Pläne schon vor den Moderationsgesprächen auf zwei eingehauste Ebenen und als weiteren Schritt auf die Nachbarn zu in den Gesprächen dann auf nur noch eine eingehauste Ebene mit darüber liegendem offenen Übergang auf der zweiten Querungsebene.

Darüber hinaus sichert DKV rechtsverbindlich zu, den Verbindungsweg von der Hugo-Schlimm-Straße zur Balcke-Dürr-Allee, der zwischen dem Bestandsgebäude und dem geplanten Ergänzungsgebäude verläuft, mit Bäumen gleichen Stammumfanges und Größe wie im jetzigen Bestand, also intensiv begrünt wieder herzustellen.

Dies war ebenso wie die Planänderungen des Ergänzungsgebäudes sowie die Gebäudeverschiebung in nördliche Richtung, die geplante Abstufung der Gebäudekubatur und die intensive Fassadenbegrünung insbesondere aus Blickrichtung der Hugo-Schlimm-Straße auf positive Resonanz in der Stadtverwaltung und auch in der Sitzung des Ältestenrates gestoßen. „Auch wenn kein einvernehmlicher Kompromiss mit den Anwohnervertretern zustande kam, konnten aber doch zahlreiche Verbesserungen in den Details wie auch im Ganzen erreicht werden,“ betonte Bürgermeister Klaus Pesch in seinem Resümee der 3 dreieinhalbstündigen Gespräche plus Vor- und Nachbereitungen. „Dabei war es mir sehr wichtig, die Interessen der Anwohner ernst zu nehmen und dies auch durch intensive Detailarbeiten und Planungsänderungen zum Ausdruck zu bringen. Diesen hohen Anforderungen haben die DKV-Planer mit Kreativität entsprochen und dabei in akribischer Kleinarbeit gestalterisch positive Akzente gesetzt.“

Im Hinblick auf die befürchtete Verkehrsbelastung ist zu betonen, dass diese gemäß Verkehrsgutachten gegenüber den Annahmen des B-Planes nicht erhöht wird. Zur weiteren Optimierung werden die Tiefgaragen des Bestandsgebäudes und des geplanten Ergänzungsgebäudes miteinander verbunden, so dass die deutlich überwiegende Anzahl der An- und Abfahrten nicht mehr die Oststraße betreffen, sondern direkt über die Balcke-Dürr-Allee abgewickelt werden können. Unabhängig von diesem Bauvorhaben werden im Zuge der Entwicklung des Quartiers weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation geprüft, so zum Beispiel eine temporäre Abpollerung der Hugo-Schlimm-Straße wochentags während der Bürozeiten durch versenkbare Poller.

„Insgesamt haben sich die vielen Stunden der Gespräche plus Vor- und Nacharbeiten für alle Beteiligten, insbesondere für die Anwohner der Hugo-Schlimm-Straße auf jeden Fall gelohnt“, fasst Bürgermeister Klaus Pesch im Einvernehmen mit den anwesenden Vertretern der Stadtratsfraktionen im Ältestenrat zusammen. Die Verschattung der Anwohnerterrassen und –gärten wurde dem Bebauungsplanstatus angeglichen, das DKV-Ergänzungsgebäude rückt um 3 Meter näher an die Oststraße heran, entsprechend breiter bleibt die Grünzone mit Verbindungsweg zwischen dem DKV-Bestandsgebäude und dem geplanten Ergänzungsgebäude, die Fassade des neuen Bürogebäudes wird optisch stark gegliedert und zu Gunsten der Anwohner der Hugo-Schlimm-Straße mit gezielten Rücksprüngen aufgelockert und außerdem intensiv begrünt, die Verkehrssituation an der Oststraße wird durch die Verbindung der beiden Tiefgaragen mit der Hauptein- / ausfahrt auf die Balcke-Dürr-Allee sehr deutlich entlastet.

Auch Baudezernent Jochen Kral zeigt sich auf Grund dieser positiven Ergebnisse fest von der erreichten Lösung überzeugt: „Dank der hervorragenden Arbeit des Architekturbüros Konrath und Wennermar ist es jetzt gelungen, den Baukörper so geschickt einzubinden, dass für die Nachbarn ein wesentlich angenehmerer Anblick entsteht, als der eines profanen Bürogebäudes, dass den Grenzen des Bebauungsplans genügt.“

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