Heimat Ratingen — 25 September 2018

Ein Sohn von Ina Bisani, Vorsitzende der Ratinger Dumeklemmer Stiftung und Insiderin in Sachen Ehrenamt in Ratingen, brachte es auf den Punkt. Als die Mutter ihre Söhne fragte, was für sie ehrenamtliches Engagement bedeutet, antwortete einer von ihnen: „Es dient der Gesellschaft und muss einen selbst erfüllen.“ Was der junge Mann so treffend formuliert und Isa Bisani am Anfang ihres Vortrages zitierte, zog sich wie ein roter Faden durch die Dialogveranstaltung „Ehrenamt bewegt – Vielfalt und Anerkennung“ innerhalb der diesjährigen Woche des bürgerlichen Engagements. Über 40 Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichsten Bereichen des Ehrenamtes waren gekommen, um zu hören und zu diskutieren, was Andreas Kersting aus der Staatskanzlei NRW, dort zuständig für das bürgerschaftliche Engagement, Ratingens neuer Sozialdezernent Harald Filip und Ina Bisani über die vielfältigen Aspekte ehrenamtlicher Tätigkeiten zu sagen hatten.

„Jedes Engagement ist wichtig. Es ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“, machte Ina Bisani in ihrem Vortrag „Die Vielfalt des freiwilligen Engagements und der Nutzen für die Gesellschaft“ deutlich. So sind allein auf der Homepage der Stadt Ratingen 351 Vereine aufgezählt, die mehr oder weniger auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen sind. Die Anforderungen an die verschiedenen Ehrenämter aber sind höchst unterschiedlich. „Der Einsatz bei der freiwilligen Feuerwehr oder der Notfallseelsorge ist halt ungleich anspruchsvoller als der Nachbarin die Tasche in die Wohnung zu tragen“, so Ina Bisani. Je höher die Anforderungen sind, desto mehr müssen die Menschen auf das Ehrenamt vorbereitet und kontinuierlich qualifiziert werden. Das erfordert professionelle Strukturen, die vor allem in kleineren Vereinen oft nicht vorhanden sind. Ihnen helfen in Ratingen kostenfreie Qualifizierungsangebote der VHS rund um das bürgerliche Engagement sowie regelmäßig stattfindende Freiwilligen-Erfahrungsaustausche der Miteinander.Freiwilligenbörse Ratingen e.V., bei denen auch an Ehrenamtstätigkeiten interessierte Vereine und Bürger ihre Fragen und Wünsche loswerden können.

Bei den unterschiedlichen Aspekten sind auch vielfältige Wechselwirkungen des Ehrenamtes in der Gesellschaft und der Kommune zu berücksichtigen“, sagte Harald Filip in seinem Vortrag „Der Stellenwert des Ehrenamts in der Kommune“. In Ratingen habe das Ehrenamtsengagement der Stadt schon lange einen festen Platz. „Als aktives Mitglied im ´Kompetenzteam Ehrenamt´ besteht eine wertvolle Brücke zwischen Hauptamt in der Verwaltung und ehrenamtlichen Tätigkeiten der Bürger“, erklärte der Sozialdezernent. Das Engagement in Ratingen schlägt sich sogar in konkreten Zahlen nieder. „Der soziale Mehrwert, der durch ehrenamtliche Tätigkeiten für Ratingen geschaffen wird, liegt hochgerechnet bei rund 22 Millionen Euro jährlich“, berichtete Ina Bisani. „Immer wenn eine Zeitspende, also ein ehrenamtlicher Einsatz, erforderlich ist, sind helfende Hände zur Stelle. Dass funktioniert sogar bei schwierigen Aufgaben wie der Notfallseelsorge“, weiß Erhard Raßloff, Sprecher des Kompetenzteams Ehrenamt, aus Erfahrung.

Solch erfolgreiches Miteinander findet sogar weit über die Grenzen der Dumeklemmerstadt Anerkennung. „Von der vorbildlichen Aufstellung bürgerlichen Engagements in Ratingen können viele Städte lernen“, lobte Andreas Kersting von Staatskanzlei NRW in seinem Vortrag „Die Engagementförderung des Landes NRW und die Möglichkeiten der Anerkennung“. Deshalb sei Ratingen – wie schon bei der Einführung der Ehrenamtskarte 2008 – am jetzt beginnenden Entwicklungsprozess einer Engagementstrategie für das das Land NRW wieder beteiligt.

Anschauliches aus der Ratinger Ehrenamtspraxis gab es nach den Vorträgen bei den Diskussionen. In drei „Stehtischrunden“, die wie auch die ganze Veranstaltung Christian Pannes moderierte, erzählten aktive Ehrenamtliche von der Bedeutung ihrer „Zeitspenden“ für das tägliche Leben. Sie spannten den Bogen von nachbarschaftlichen Hilfen über Bildung, Sport und Brauchtum bis hin zum professionellen Ehrenamt im Rettungsdienst, der Hospizarbeit und der Notfallseelsorge. Bei solch geballten Informationen auf der Veranstaltung war es fast schon selbstverständlich, dass auch die Gäste das Bedürfnis hatten, sich beim abschließenden Imbiss untereinander und mit den Vortragenden intensiv auszutauschen. Für unterhaltsame musikalische Abwechslung während der Veranstaltung sorgten „Anton und Svenja“, das Duo von der Ratinger Band „Friday And The Fool“.

Wolfgang Klöters

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