Featured Heimat Ratingen — 09 Juni 2017

Macht das Radfahren in Ratingen Spaß oder bedeutet es Stress? Diese und 26 weitere Fragen hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Herbst 2016 nun schon zum 7. Mal Fahrradfahrern in ganz Deutschland gestellt. Mehr als 120.000 Menschen haben bei der Umfrage mitgemacht. In NRW waren es über 28.000, in Ratingen 217 Teilnehmer.

Bewertet wurde nach dem Schulnoten-Prinzip mit Werten zwischen eins und sechs. Herausgekommen ist eine Rangliste des Fahrradklimas in insgesamt 539 deutschen Städten. In der Gruppe von 50 bis 100.000 Einwohnern belegt Ratingen mit der Gesamtnote 4,0 den 60. von 98 Plätzen bundesweit, gegenüber dem Ergebnis von 2014 leider keine nennenswerte Veränderung.

Positivere Noten verteilten die Teilnehmer für die Aussage: Macht Radfahren Spaß (3,2) oder für die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums durch Öffnung zahlreicher Einbahnstraßen für den Radverkehr (Note 3,3) oder die Ansicht: Alle fahren Fahrrad – egal, ob alt oder jung (3,0) und es gibt kaum Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern (3,5). Sicheres Fahren Am wichtigsten ist den Befragten das Sicherheitsgefühl beim Radfahren, also die Qualität des Radweges. Hier gibt es wie vor 2 Jahren die deutlichste Kritik: Schlechte Wegeführung an Baustellen (4,8), Hindernisse/parkende Autos auf Radfahrstreifen (4,5) oder regelmäßige Pflege und Reinigung der Radwege (4,7) aber auch Abstimmung der Ampelsteuerung auf die Fahrradfahrer (4,7). Konflikte zwischen Autofahrern und Radfahrern bei schmalen Schutzstreifen (4,2) und Sicherheit für jüngere oder ältere Menschen (4,4) beschreiben den hohen Handlungs- und Veränderungsbedarf bei der Wegeführung der Radwege.

„Das Ergebnis entspricht auch meinen Erfahrungen als langjähriger Tourenleiter und regelmäßiger Fahrradnutzer auf meinem Weg zur Arbeit“, so äußert sich der Vorsitzende des ADFC Ratingen Helmut Löffelmann. „Wir werden unsere Anstrengungen zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls und der Qualität der Radwege in unserer Stadt deutlich steigern (müssen), damit beim nächsten Klimatest in 2 Jahren die Bilanz positiver ausfällt. Der Nutzen für die Menschen und die örtliche Wirtschaft durch das Qualitätssiegel “fahrradfreundliche Stadt“ muss auf verschiedenen Kanälen deutlicher bewusst werden, um wirksame Maßnahmen gerade in der Innenstadt als Konsens auf den Weg zu bringen“.

Der ADFC Ratingen sammelt seit fast 2 Jahren über die Mängelmeldung (www.adfc-ratingen.de) von Bürgern oder auch Mitgliedern Hinweise auf Mängel im Radwegenetz. Diese Liste ist inzwischen auf 31 Fälle angewachsen. Weiterhin wird ein Konzept zur Beseitigung von überflüssigen „Drängelgittern“ erarbeitet und der zusätzliche Bedarf an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in der Innenstadt ermittelt.

In der ADFC-Arbeitsgruppe “Wegenetz“ unter der Leitung von Helmut Schipmann wird versucht, Lösungen für die gemeldeten Mängel auf den Weg zu bringen. In regelmäßigen Kontaktgesprächen mit Paula Stegert, der Fahrradbeauftragten der Stadt, werden die Einzelfälle diskutiert und wurden teilweise auch schon abgearbeitet. Leider zeigt sich, dass die personellen und finanziellen Möglichkeiten der Stadt an dieser Stelle zurzeit sehr begrenzt sind. „Der aktuelle Klimatest zeigt die vielfältigen Probleme der Radfahrer in Ratingen. Der ADFC wünscht sich mehr Investitionen in den Ausbau des Radwegenetzes. Eine gute Infrastruktur fördert den Radverkehr und entlastet den innerstädtischen Bereich von Verkehrsproblemen, dabei sollte auch eine Tempo-30-Zone und Fahrradstraßen im Innenstadtbereich als Lösungsansatz diskutiert werden“, so Schipmann in seiner Kommentierung.

Hintergrund zum ADFC-Fahrradklima-Test
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2016 zum siebten Mal durchgeführt. Er wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gefördert. 539 Städte haben die Mindestanzahl an Stimmen erreicht und es damit in die
Wertung geschafft. Die Umfrage wurde größtenteils online durchgeführt. Bewertet wurde nach dem Schulnoten-Prinzip mit Werten zwischen eins und sechs.

Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Alle Ergebnisse gibt es auf www.fahrradklima-test.de.

Auf der interaktiven Karte lässt sich für alle 539 Städte ein Einzelstädte-PDF herunterladen. Das Städteranking und weitere Ergebnisse nach Stadtgrößen und nach Bundesländern lassen sich ebenfalls als PDF-Dateien herunterladen.

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