Featured News — 09 Juni 2017

Düsseldorf. Die Rheinbahn und die Feuerwehr üben in zehn Nächten das Vorgehen bei Bränden im U-Bahn-Tunnel. Rund 40 Einsatzkräfte sind derzeit Nacht für Nacht im U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz vor Ort, um die bestehenden Konzepte zu überprüfen sowie sich mit den örtlichen Gegebenheiten der Düsseldorfer U-Bahn vertraut zu machen – so auch in der Nacht von Donnerstag, 8. Juni, auf Freitag, 9. Juni.


Foto: www.pixel-profis.de Ratingen

Das Szenario
Auch die Simulation des Ernstfalls beginnt mit der Alarmierung: „Feuer U-Bahn im U-Bahnhof Graf-Adolf-Straße, es rücken aus…“, dröhnt es über die Funkgeräte. Nur wenige Augenblicke später treffen die ersten Retter mit Atemschutzmasken am Treppenabgang des Bahnhofes ein. Zügig und hoch konzentriert muss gearbeitet werden, jeder Handgriff muss sitzen. Während an den Fahrzeugen die ersten Schläuche ausgerollt werden, begeben sich die ersten Einsatzkräfte die Treppe hinunter, um eine erste Erkundung an der Brandmeldeanlage der Station vorzunehmen. Nur wenige Augenblicke später begeben sich weitere Einsatzkräfte mit Löschrohren sowie Schläuchen in den Untergrund. Eine Fahrzeugbesatzung kontrolliert den nächst gelegenen Notausstieg. Die Brandbekämpfer an den Fahrzeugen legen weiteres Material aus, um dieses danach in die Zwischenebene zu transportieren. Rund 45 Minuten dauert der Einsatz, dann heißt es „Übungsende“. Die Einsatzkräfte legen die Feuerwehrhelme, die Atemschutzgeräte sowie die schwere Schutzkleidung ab. Sofort beginnen alle die Materialien zusammenzupacken und verbringen diese wieder auf die Feuerwehrfahrzeuge – um sofort wieder einsatzbereit zu sein.

Um den Betrieb nicht zu stören wird nachts geübt
Es kann schon fast von Routine gesprochen werden, wenn es um die Brandbekämpfung sowie die Hilfeleistung im Bereich der U-Bahnhöfe in Düsseldorf geht. Denn seit 2001 werden jährlich im Wechsel die Brandeinsätze und technische Hilfe in den U-Bahnhöfen geübt. „Jedes Jahr üben wir in einem anderen U-Bahnhof, so können wir den Einsatzkräften die Besonderheiten zu der jeweiligen Station vermitteln“, erklärt Übungsleiter Jörg Heuser. „Da eine Übung tagsüber zu einer massiven Beeinträchtigung des Personennahverkehrs führen würde, proben wir nachts nach Betriebsschluss der Rheinbahn solche Ernstfälle. Die Zusammenarbeit zwischen der Rheinbahn sowie der Feuerwehr ist sehr gut. So haben wir in den letzten Jahren die Zeiten zur Rettung von Menschen teilweise um die Hälfte verkürzen können, was ein sehr großer Erfolg ist“, lobt der 44-jährige die Arbeit der Düsseldorfer Wehrmänner. Seit vielen Jahren ist er für die Vorbereitung und Durchführung der jährlichen Übungen verantwortlich.Beim diesjährigen Szenario wird simuliert, dass eine ausfahrende Bahn mit wenigen Passagieren durch den Fahrer gestoppt und anschließend geräumt wird. Der Fahrer nimmt die Einsatzkräfte in Empfang und meldet, dass ein Fahrgast nochmal zurückgelaufen ist, um sein Gepäck zu holen. Dieser wird vermisst, des Weiteren ist nicht klar, ob sich noch Personen im Bereich des Bahnsteiges aufhalten.


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Um aber nicht nur die Abläufe für die Einheiten im Tunnel zu üben, gibt es für die Führungskräfte im Einsatzleitwagen eine dynamische Lageanpassung zu dem Ereignis in der U-Bahn. „Hier wird der gesamte Einsatzablauf sehr realistisch für alle Einsatzkräfte dargestellt“, lobt der Einsatzleiter David Marten die Organisatoren der Übung bei der Nachbesprechung. „Obwohl es mitten in der Nacht ist und alle wissen, dass es sich nur um eine Übung handelt, zeigen alle vollen Einsatz und sind hochkonzentriert“, so der 31-jährige Brandrat.

Brandeinsätze in unterirdischen Tunnelanlagen der Stadtbahn sind zwar sehr selten, erfordern aber eine weitreichende strategische Vorplanung für alle Einsatzkräfte. Daher muss jeder Handgriff sitzen, um schnellstens vor Ort Hilfe zu leisten und um Menschleben zu retten. Da jeder Bahnhof seine Besonderheiten hat, gibt es im Anschluss an die Besprechung für alle Teilnehmer noch einen Rundgang durch die Station der Wehrhahn-Linie. Hierbei werden die Neuerungen durch einen Mitarbeiter der Rheinbahn sowie die Übungsleitung an die Spezialisten der Feuerwehr weitergeben.

Mit der Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie im Februar 2016 wurde auch die technische Voraussetzung geschaffen, dass die Einsatzkräfte aus dem Tunnel direkt mit der Leitstelle kommunizieren können. Das neue U-Bahn-Netz in Düsseldorf ist mit einer digitalen Gebäudefunkanlage ausgestattet, die bei größeren Gebäuden in der Zukunft Standard sein wird. Hiermit wurde bei der Umsetzung des Digitalfunks in Düsseldorf ein großer Schritt nach vorne gemacht.

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