Ratingen — 11 Oktober 2017

Die Vorlage zur Schulentwicklungsplanung der Stadt Ratingen für die Sekundarschule bis 2020/2021 ist aus dem Jahr 2015. Die Grundlagen und Bedarfe haben sich in der Zwischenzeit erheblich verändert, ohne dass die Verwaltung eine entsprechende neue Planung oder Fortschreibung vorgenommen hätte. Im Schulausschuss vom 20. September 2017 hat der Schuldezernent deutlich dargestellt, dass die Bearbeitung der Schulentwicklungsplanung für ihn nicht die erforderliche Priorität hat und die Schulen wie auch die politischen Gremien auf diese Unterlagen noch warten müssen.

Neben den erforderlichen Schulplätzen für Flüchtlinge, bei denen die Stadt Ratingen in Zusammenarbeit mit den Schulen kurzfristig reagieren musste und diese Herausforderungen in den vergangenen zwei Jahren sehr erfolgreich gemeistert hat, wird immer deutlicher, dass in Ratingen generell eine Anpassung der Schullandschaft erforderlich ist. Die Erklärungen des Schuldezernenten lassen die Befürchtung zu, dass aus Sicht der Verwaltung in erster Linie die Gesamtschule sämtliche Herausforderungen der Ratinger Schullandschaft lösen soll.

Es ist aber mehr als deutlich zu erkennen, dass die Kapazitäten der Gesamtschule mit ihrem umfassenden Bildungsangebot und dem erfolgreichen Gesamtschulkonzept schon heute überstrapaziert sind. Die SPD sieht die gute Arbeit der Gesamtschule durch diese Belastung in Gefahr, der heute und nicht irgendwann gegengesteuert werden muss.

Es ist für die SPD Fraktion unverständlich, wie die Verwaltung bisher mit der erheblichen Raumknappheit der Gesamtschule umgegangen ist. Von unstrittig erforderlichen 10 Unterrichtsträumen wurden in einer provisorischen Lösung nur fünf zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig aber will die Verwaltung eine nachhaltige Lösung der Probleme am Schulstandort in Ratingen West mittelfristig nicht darstellen.

Jede weitere Verzögerung gefährdet die Schulzeit und Bildungschancen hunderter Kinder. Dies darf nicht zugelassen werden. Die SPD fordert daher die Verwaltung auf, jetzt die Planungen für ein zeitgemäßes Schulangebot in Ratingen anzufassen und die offensichtliche Lücke kurzfristig zu schließen.

Die Martin Luther King Gesamtschule alleine kann den Bedarf nach einem differenzierten Schulangebot in Ratingen nicht decken. Uns erscheint daher eine Sekundarschule mit einer festen Vereinbarung mit dem Adam-Josef-Cüppers Berufskolleg für die gymnasiale Oberstufe ein die bestehende Schullandschaft optimal ergänzendes Angebot darzustellen. Damit könnte ein Angebot entstehen, dass den Schülerinnen und Schülern möglichst lange alle Schulabschlüsse offenhält und gleichzeitig einen differenzierten gymnasialen Abschluss bietet, der eine besondere Spezialisierung auf bestimmte Berufsfelder ermöglicht. Für das Profil dieser neuen Sekundarschule sieht die SPD-Fraktion klare Chancen, die gleichzeitig eine Schwächung der Gesamtschule mit ihrem bewährten Konzept vermeiden kann. Als Standort erachtet die SPD Fraktion die heutige Friedrich-Ebert-Schule wegen der zentralen Lage in Ratingen für bestens geeignet. Gleichzeitig ist der Wettbewerb Ratinger Realschulen, vor allem durch die Aufnahme von Jungen an der Liebfrauenschule, verstärkt worden, was sich in den letzten Jahren in den Anmeldezahlen an der Friedrich-Ebert-Realschule niedergeschlagen hat. Dieser Entwicklung kann mit einer Neuaufstellung als Sekundarschule und den damit einhergehenden Vorteilen für Kollegium als auch Schülerschaft entgegengesteuert werden. Allein die bessere Schüler / Lehrerstellen-Relation spricht für ein mögliches und erfolgreiches Bildungsangebot am Standort, das Eltern überzeugen kann.

Die SPD hofft, dass die Verwaltung gemeinsam mit dem Rat die erforderlichen Schritte geht, um allen Schülerinnen und Schülern ein adäquates Schulangebot zu bieten, das Bildungschancen eröffnet.

Die Verwaltung hat im letzten Schulausschuss dargestellt, dass die für unsere Stadt und die Bildungschancen unserer Kinder dringend erforderliche Schulentwicklungsplanung immer noch nicht zur Beratung fertig ist und auch kurzfristig nicht zu erwarten ist.

Die SPD ist besorgt, dass die schon heute dringend erforderlichen Entscheidungen für eine gute Bildung unserer Schülerinnen und Schüler weiter verzögert werden.

Beantragt wird daher für den nächsten (!) Schulausschuss:

1. Der Schulausschuss und Rat stellen fest, dass das Schulangebot in Ratingen um eine neue Schulform in Form einer Sekundarschule zu erweitern ist.

2. Die Verwaltung soll darstellen, welche Schritte erforderlich sind, um eine Sekundarschule in Ratingen zu gründen und in welchem Zeitraum dies realistisch möglich ist.

3. Als Standort für eine Sekundarschule soll die heutige Friedrich-Ebert-Realschule vorrangig geprüft werden. Die zentrale Lage und die Nähe zum Berufskolleg sprechen für diesen Standort.

4. Bis zur Einrichtung einer Sekundarschule möge die Verwaltung die erforderlichen Schritte veranlassen, damit für alle Schülerinnen und Schüler ein angemessenes Schulangebot gesichert ist, ohne die bestehenden Schulen zu überfordern.

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