Kids Ratingen — 12 März 2018

Die SPD Fraktion hatte die für das erste Quartal 2018 zugesagte Verwaltungsvorlage zur Weiterentwicklung Jugendarbeit in Homberg sehnsüchtig erwartet und ging auch aufgrund der guten Resonanz der Angebote davon aus, dass nun endlich ein Bekenntnis der Verwaltung zur Schaffung eines Jugendzentrums für Homberg kommen würde. Doch mit der Vorlage 288/2017 vom 01.03.2018 wurden diese Hoffnungen enttäuscht.

Die vorgeschlagene Entfristung der Stelle „Jugendarbeit Homberg“, die Ausweitung der Stunden sowie die weiteren Maßnahmen zur Ertüchtigung der vorhandenen Räume im „Café du Nord“ hält die SPD selbstverständlich für unterstützenswert und wird diesen auch zustimmen.

Allerdings fehlt der SPD eine klare Perspektive, in Homberg ein Jugendzentrum schaffen zu wollen. Dabei kann die SPD Fraktion auch nicht der Argumentation der Verwaltung folgen, die Nachfrage wäre nicht größer, so dass das jetzt weiterentwickelte Angebot ausreichend sei. Da Homberg kein „richtiges“ Jugendzentrum hat, ist die Nutzung der bestehenden Angebote auch nicht allein Indikator für den Bedarf. Homberg hat im Vergleich zu anderen Jugendzentren ein sehr geringes Budget und dementsprechend auch nur sehr niederschwellige Angebote. Wenn diese Angebote doch so gut genutzt werden, wie würde die Nutzung erst aussehen, wenn mit anderen Jugendzentren vergleichbare Angebote geschaffen würden?

Aus Sicht der SPD kann eine ernstgemeinte Jugendhilfeplanung nicht nur die Nutzung bestehender kleinerer Angebote betrachten, sondern muss nach der Größe der im Stadtteil lebenden Zielgruppe fragen. Schaut man sich die offiziellen Zahlen (Quelle Statistisches Jahrbuch der Stadt Ratingen, 2016, Seite 24) der einzelnen Stadtteile dann mal an, so kann aus Sicht der SPD die Schlussfolgerung sein: Der Bedarf ist da und Homberg braucht ein eigenes Jugendzentrum:

In Homberg und Schwarzbach leben beispielsweise sogar etwas mehr junge Menschen im Alter von 6 bis 21 Jahre als in Tiefenbroich, von wo es zudem noch viel einfacher ist, zu den Jugendzentren in West oder Lintorf zu kommen als von Homberg zum nächsten Jugendzentrum.

Allein aus der Betrachtung dieser Zahlen sieht die SPD Fraktion den Bedarf für ein Jugendzentrum in Homberg und will diese Pläne auch weiterbetreiben. Der Anspruch der SPD an die Jugendarbeit ist, dass sie ortsnah, kompetent und dauerhaft gesichert ist. Dieses setzt eine städtische Einrichtung voraus. Das „Café du Nord“ ist eine gute Übergangslösung auf dem Weg dorthin, aber nun einmal auch nicht mehr.

Um auch für junge Familien attraktiv zu sein, muss Ratingen in seine Infrastruktur für Kinder und Jugendliche investieren. Kindertagesplätze allein reichen nicht, denn Ratingen ist gut beraten, auch in Jugendliche zu investieren, und zwar in allen Stadtteilen.

Die SPD Fraktion wird daher einen Ergänzungsantrag an die Verwaltung stellen, in dem sie beantragt, dass der Rat das Ziel der Schaffung eines städtischen Jugendzentrums für Homberg anerkennt und die Verwaltung beauftragt, bis zum Frühjahr 2019 ein Umsetzungsmodell zu entwickeln, welches das Jugendzentrum im ehemaligen kath. Gemeindezentrum vorsieht.

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Mai 18, 2018

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