Featured Heimat Ratingen — 13 Februar 2018

Ratingen. Im Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur erhalten Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren Einblick in den Arbeitsalltag und die Vielschichtigkeit einer kulturellen Einrichtung.


(v.l.n.r.) Shalina Jayacodi, Annika Düwel und Liv Beyering
absolvieren derzeit ihr Freiwilliges Soziales Jahr Kultur.

Die Freiwilligen arbeiten üblicherweise zwölf Monate in ihrer Einsatzstelle. Allerdings kann das Jahr bei Bedarf auf 18 Monate verlängert werden. Wer sich für einen Platz im neuen FSJ-Kultur interessiert, das am 1.9.2018 beginnt, kann sich noch bis zum 31. März bewerben.

Das Amt für Kultur und Tourismus bietet seit dem Herbst 2009 insgesamt drei Stellen für Interessenten des FSJ Kultur an. Neben dem Medienzentrum und dem Museum Ratingen bietet sich auch im Kulturbüro die Gelegenheit, in den Kulturbetrieb tiefer einzutauchen. Doch was kann man konkret unter dem „FSJ“ verstehen? Die drei diesjährigen Freiwilligen berichten:

Shalina Jayacodi ist derzeit sowohl im Medienzentrum als auch im Stadtarchiv tätig und macht bei den zahlreichen Aufgaben viele verschiedene und interessante Erfahrungen. Im Medienzentrum arbeitet sie im Bereich Jugend und unterstützt dort die Kollegen. „Neben den alltäglichen Tätigkeiten, wie dem Einstellen der Bücher, haben wir oft Kindergarten- und Schulgruppen zu Besuch. Den Kindern lesen wir dann vor, zeigen ihnen ein Bilderbuchkino und führen sie durch die Jugendabteilung des Medienzentrums. Das macht jedes Mal aufs Neue Spaß.“, berichtet Shalina. Im Archiv übernimmt sie Aufgaben wie die Zeitungsdokumentation, das Erfassen von Fotos, Filmen und Dokumenten in das Programm und das Bearbeiten von Nutzeranfragen.

Im Museum Ratingen absolviert aktuell Annika Düwel ihr Freiwilliges Soziales Jahr. Dort lernt sie die Arbeit kennen, die hinter dem Betrieb eines Museums steckt. „Zu meinem Arbeitsalltag gehören sowohl verwaltungstechnische Aufgaben, das Aktualisieren der Veranstaltungshinweise, das Schreiben von Briefen und die Recherche, aber auch kreative Aufgaben, wie das Gestalten von Einladungen oder das Anfertigen von Material für das museumspädagogische Angebot. Besonders gefällt mir die Mithilfe bei Workshops für Kindergärten und Grundschulen, bei denen diese Materialien zum Einsatz kommen.“ Sie findet es spannend, das Museumsteam bei dessen vielfältigen Aufgaben zu unterstützen und eigenverantwortlich zu arbeiten.

Als dritte im Bunde ist seit September 2017 Liv Beyering dabei, die ihr FSJ im Kulturbüro angetreten hat. Sie zieht folgende Zwischenbilanz: „Hinter einer Veranstaltung steckt viel Organisation und Planung. Vor allem diese Aufgabenfelder werden einem hier näher gebracht und man lernt, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Oft gestalte ich auch Flyer oder Plakate und kümmere mich allgemein um die Öffentlichkeitsarbeit.“ Neben den Bürotätigkeiten arbeitet die Freiwillige manchmal auch in der städtischen Touristinformation. „Hier hat man viel Kontakt zu Kunden, vermittelt Stadtführungen und ist für den Verkauf der Souvenirartikel verantwortlich.“, ergänzt Beyering ihr Aufgabenfeld.

„Beim FSJ-Kultur kann man in die verschiedensten Aufgabenfelder reinschauen und sammelt erste Erfahrungen im echten Arbeitsleben. Außerdem kann man sich in Bezug auf die Berufsplanung vielseitig inspirieren lassen“, finden die Freiwilligen.

In der Einsatzstelle hat jeder Freiwillige einen Mentor, der ihn durch sein Jahr begleitet und unterstützt. Dazu bietet die Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit Bildung Kultur NRW e.V. als Trägerorganisation regelmäßig Seminare und Bildungstage für die Freiwilligen. Hier treffen sie auf Gleichgesinnte, mit denen sie sich austauschen können und Unterstützung bei der Zukunftsplanung erhalten. Vier Mal im Jahr fahren die Freiwilligen für eine Woche auf eine Seminarfahrt, um sich mit anderen Freiwilligen auszutauschen und zusammen neue Ideen zu entwickeln. Es werden verschiedene Workshops angeboten, die einem die Möglichkeit geben, offen mit unterschiedlichen Themen und Bereichen in Kontakt zu kommen.

Zu jedem freiwilligem Sozialen Jahr gehört auch ein Projekt, das der oder die Freiwillige selbstständig plant und durchführt. Für jeden Freiwilligen ist das der Höhepunkt seiner Arbeit, denn hier kann er seine eigenen Ideen verwirklichen und übernimmt viel Verantwortung.

Wer mehr über das FSJ Kultur erfahren möchte, kann sich im Internet unter www.fsjkultur-nrw.de informieren oder auch ganz konkret einmal bei Erika Wickel vom Kulturamt telefonisch unter 02102/550-4103 nachfragen. Seit 2010 ist es möglich, sich über das Internet unter www.bewerbung.fsjkultur.de um die Stellen zu bewerben. Dies gilt nicht nur für die Ratinger Angebote, sondern für alle derzeit rund 1.100 Plätze, die bundesweit im Freiwilligen Sozialen Jahr in der Kultur zur Verfügung stehen.

Die Bewerbungsfrist endet am 31. März.

 

 

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