Featured Ratingen — 19 Juli 2017

Lena Steinhäuser ist seit dem 1. Juni Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik.


Projektkoordinatorin Lena Steinhäuser mit einigen fair gehandelten
Produkten, die es auch in Ratingen schon zu kaufen gibt.

Ratingen. Seit dem 1. Juni 2017 arbeitet Lena Steinhäuser (34) als Projektkoordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Ratingen. Ziel des Projekts ist, die kommunale Beschaffungspraxis hinsichtlich Kriterien des fairen Handels zu analysieren und erfolgreich die Bewerbung Ratingens als Fairtrade-Stadt zu koordinieren. Die zunächst auf zwei Jahre ausgelegte Projektstelle (halbtags) wird zum größten Teil durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die Engagement Global gGmbH finanziert. Bürgermeister Klaus Pesch: „Ich freue mich, dass nun die personellen Ressourcen für diesen wichtigen Prozess gegeben sind, und hoffe sehr, dass sich viele Akteure in der Stadt anschließen werden.“

Ratingen will hinsichtlich der kommunalen Beschaffung ein Zeichen als verantwortungsbewusste Stadt setzen. Lena Steinhäuser wird zunächst eine Analyse der Beschaffungspraxis durchführen, um gemeinsam mit den Experten aus der Verwaltung realistische und doch ambitionierte Ziele zu formulieren, wie langfristig der Anteil an fair gehandelten Gütern erhöht werden kann. Dabei geht es in der kommunalen Beschaffung nicht nur um Kaffee oder Tee, sondern um eine Vielzahl von Produkten wie Textilien, Büromaterial, Holz, Lederwaren, Natursteine, Sportartikel und auch Computer, die hinsichtlich ihrer Produktionsbedingungen auf den Prüfstein gestellt werden müssen.

Zudem möchte die Stadt Ratingen das bereits bestehende entwicklungspolitische Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger aufgreifen und dieses mit Hilfe der Bewerbung als Fairtrade-Stadt würdigen und weiter fördern. Daher nimmt auch die Vernetzung innerhalb Ratingens bei der Arbeit an den fünf Kriterien, die für die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt erfüllt sein müssen, einen großen Stellenwert ein.

Kriterium 1 – Ratsbeschluss: Für die Auszeichnung wird gefordert, dass der Rat beschließt, sich als Fairtrade-Stadt zu bewerben. Weiterhin soll bei allen öffentlichen Sitzungen sowie bei der Bewirtung im Amt „Büro des Bürgermeisters“ fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt werden.

Kriterium 2 – Steuerungsgruppe: Sowohl auf dem Weg zur Auszeichnung als auch über den Projektzeitraum hinaus soll eine Steuerungsgruppe, die aus Vertretern aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft besteht, die Aktivitäten unterstützen.

Kriterium 3 – Fairtrade-Produkte im Sortiment: Mindestens 18 Einzelhandelsgeschäfte und neun Gastronomiebetriebe in Ratingen müssen mindestens zwei Produkte aus fairem Handel im Sortiment anbieten.

Kriterium 4 – Zivilgesellschaft: In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Produkte aus fairem Handel verwendet. Weiterhin werden in Schulen oder anderen Institutionen Bildungsaktivitäten diesbezüglich umgesetzt.

Kriterium 5 – Medien: Für die Bewerbung als Fairtrade-Stadt und auch für den langfristigen Erfolg entwicklungspolitischen Engagements in Ratingen ist die Berichterstattung in den lokalen Medien notwendig.

Lena Steinhäuser: „Diese fünf Kriterien zu erfüllen und auch über den Projektzeitraum von zwei Jahren zu etablieren, wird eine große Herausforderung. Ich freue mich darauf, diese gemeinsam mit engagierten Ratingern anzugehen.“ Erreichbar ist die Projektkoordinatorin unter Tel. (02102) 550-1065, E-Mail: Lena.Steinhaeuser@Ratingen.de.

 

 

Foto: Stadt Ratingen

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