Featured Ratingen — 14 Dezember 2017

Die SPD Fraktion unterstützt von Anfang an die Pläne der Verwaltung, auf einer Teilfläche des nicht mehr benötigten Sportplatzes Talstraße bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Dagegen erhob sich bekanntermaßen sehr polemischer Widerspruch einiger weniger Anwohner, die sich gegen eine Änderung des Status Quo aussprachen. Hier ging es weniger um den Erhalt einer nicht genutzten Sportstätte als eher darum, preiswerten Wohnungsbau in er eigenen Nachbarschaft zu verhindern. Das wurde auch bei der Bürgerversammlung deutlich.

Daher war die SPD umso erfreuter, dass auch die CDU sich in der bisherigen Beratung gegen die unsachlichen Interessen weniger für die Interessen der vielen Menschen, die eine bezahlbare Wohnung suchen, eingesetzt hat.

Umso ärgerlicher ist, dass die CDU jetzt eine Kehrtwende gemacht hat und ihr Umfallen unter dem euphemistischen Motto „wichtig ist uns dabei, dass wir die Wünsche der Anwohner berücksichtigen“ versteckt. Hatte die CDU bisher noch mitgestimmt, dass die die nicht mehr für den Schulsport benötigten Flächen im Sinne des Ratsbeschlusses zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums weiter entwickelt werden sollen, will sie jetzt davon nichts mehr wissen. Damit das Umfallen nicht so grausam klingt, will man für „junge Familien“ – den Hinweis, dass diese sich das leisten können müssen, vermeidet die CDU wohlwissentlich – Reihen- und Doppelhaushälften dort bauen. Als ob es in Ratingen einen Mangel an Einfamilienhäusern gäbe!! Hübsch garniert als Feigenblatt wird dieses dann mit der Idee, auf dem Gelände noch einen Neubau für den Seniorentreff Süd zu errichten.

Dazu meint Christian Wiglow, SPD Fraktionsvorsitzender, „Mit dieser Kehrtwende verabschiedet sich die CDU vollends von einer verantwortlichen und dem Gemeinwohl verpflichteten Politik und schwenkt in trautem Einvernehmen mit der BU in Richtung rücksichtslose Klientelpolitik um“. Komisch ist auch, dass die Anwohner, denen doch vorher der „Sport“ so am Herzen lag, offenbar gar kein Problem damit haben, dass jetzt Reihen- und Doppelhaushälften gebaut werden sollen. Deutlicher kann es ja kaum werden, dass es nur darum ging, bezahlbaren Wohnraum zu verhindern!! Politik kann und darf sich aber nicht an Partikularinteressen orientieren, sondern am Gemeinwohl!

Seit Jahren ist bekannt, dass es in Ratingen viel zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt. Der Bestand an Sozialwohnungen ist von 1990 mit noch 6.798 auf nur noch 2.627 im Jahre 2014 bereits um über 60% zurückgegangen. Bis zum Jahre 2026 wird der Bestand um weitere 15% zurückgehen auf dann nur noch 2.225 Sozialwohnungen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage, ohne dass es eine nennenswerte Bautätigkeit für bezahlbaren Wohnraum gäbe. „Wir müssen in Ratingen endlich zu Ergebnissen kommen und mit den ersten Projekten anfangen“, meint dazu Christian Wiglow, SPD Fraktionsvorsitzender. „Und damit wollten wir hier an der Lilie einen Anfang machen“.
„Preisgünstiges und bezahlbares Wohnen ist das große Thema, in dem sich in Ratingen endlich etwas bewegen muss“, so Christian Wiglow, SPD Fraktionsvorsitzender. Ratingen müsse eine Stadt sein, in der alle Menschen leben können. Daher ist es höchste Zeit, dass sich auch in Ratingen endlich etwas tut. Der Markt alleine wird es nicht richten. Ratingen braucht einen politischen Konsens und die Nutzung aller rechtlichen Möglichkeiten. Doch der ist weiter denn je entfernt.

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