Sport — 12 Juli 2017

Michaela Stops, Tim Grütters und Tobias Grauke. Drei Vereinsmitglieder, die unter der Anleitung von Trainer Robert Jäkel ihr Lauftraining für den Triathlon im TuS 08 Lintorf absolvieren, machten sich am zweiten Juliwochenende auf den Weg nach Mittelfranken, um am legendären Triathlon in Roth teilzunehmen.


Fotos: Achim Mai

Der Tag begann früh für die Drei. Um 3:45 Uhr beendete der schrille Ton des Weckers die Nacht. Wer Triathlon über die Ironman-Distanz macht, der kann nicht ausschlafen. Wachwerden, ein letztes Mal die Ausrüstung checken und nach einem Brötchen und einer Tasse Kaffee ging es auf zum Schwimmstart nach Hilpoltstein.

Hier erwartete das Wasser des Main-Donau-Kanals die Athleten. Um 6:30 Uhr war der erste Start und ab da an wurden die Triathleten im Fünfminutentakt in Blöcken zu je 200 Sportlern auf die Strecke geschickt. Als erstes war Michaela an der Reihe. Um 7:00 Uhr fiel ihr Startsignal, gefolgt von Tim um 7:35 Uhr und Tobias, der um 7:45 Uhr loslegen durfte.

Triathlon, Ironman, Roth! Begriffe für eine Tortur, die für die Schnellsten nach unter 8 Stunden vorbei ist, aber durchaus auch über 16 Stunden lang sein kann. Etwas für Masochisten und nur wenige „Freaks“? Weit gefehlt! Für Roth gingen weit mehr Anmeldungen ein, als Einzel- und Staffelstartplätze (5600 an der Zahl) zur Verfügung standen.

Roth, ein Mythos!!!

Nur so ist zu erklären, dass Sportler aus aller Welt in das beschauliche Städtchen in der Nähe von Nürnberg pilgern. Für fünf Tage ist Roth in der Triathlonszene der Nabel der Welt. Nur noch getoppt von Kona auf Hawaii, wo jedes Jahr im Oktober die Triathlon-Weltmeisterschaft stattfindet.

Für unsere drei Starter verlief die erste Disziplin unspektakulär. Alle drei absolvierten routiniert das Schwimmen im trüben Wasser des Kanals und erreichten ihre selbst gesteckten Zeitziele. Zwischen 1:20 und 1:35 Std. benötigten sie für die 3,8km. Hier machten sich die vielen Schwimmkilometer, die die drei im Freiwasser und Schwimmbad im Vorfeld absolviert hatten, bezahlt.

Nach dem Schwimmen stand dann die erste Wechselzone auf dem Programm. Schon auf dem Weg vom Schwimmausstieg zum Triathlonrad wurde der Neoprenanzug teilweise und am Rad dann zur Gänze ausgezogen. Nun schnell den Helm und die Radschuhe angezogen – die Radbekleidung hatte man praktischerweise schon unter dem Neoprenanzug an – und im Laufschritt mit dem Rad zum Radstart und rauf auf den Renner.

Nun stand die zeitmäßig längste Disziplin auf dem Programm. 180km Radfahren, aufgeteilt auf zwei Runden á 90km, durch die hügelige Landschaft zwischen Hilpoltstein, Greding und Roth. Eine Disziplin, bei der im Triathlon die meisten Unwägbarkeiten auftreten können. Regen und Wind können es den Athleten auf dem Rad besonders schwer machen, ganz zu schweigen von einer Radpanne, die das Rennen jäh beenden könnte.

Unsere drei Athleten blieben von diesen unnötigen Problemen verschont. Weder ereilte sie eine Radpanne, noch regnete es auf der Strecke und der leichte bis mäßige Wind störte nur wenig. Zwischen 5:46 und 7:10 Std. benötigten die drei für diese Disziplin. Sehr respektable Ergebnisse!

Nach dem Radfahren wurden in der Wechselzone nur noch die Rad- gegen die Laufschuhe getauscht und schon ging es auf die Laufstrecke. Diese wurde gegenüber den Vorjahren im Streckenverlauf geändert. Lief man bis 2016 am Kanal entlang, ging es dieses Jahr auf zwei Runden á 21,1km von Roth aus durch die Ortschaften „An der Lände“ und Büchenbach zurück nach Roth. Ein wesentlich zuschauerfreundlicher Kurs, an dem in zahllosen „Stimmungsnestern“ die Läufer angefeuert und motiviert wurden.

Hier machten sich auf dem hügligen Kurs die Strapazen der beiden schon absolvierten Disziplinen bemerkbar. Das Laufen fiel nicht so leicht wie in einem „normalen“ Marathon und Temperaturen oberhalb der 30°C machten die Sache auch nicht leichter. Ein leichter halbstündiger Regen in der zweiten Hälfte des Marathons kam hier ganz willkommen.

Unsere drei Athleten kamen mit diesen Bedingungen aber besser zurecht als viele andere Teilnehmer. Ein ganzjähriges Training in der Laufgruppe des TuS 08 Lintorf macht sich besonders unter solch schwierigen Bedingungen bezahlt.

Ein langer Tag neigte sich dann dem Ende, als unsere drei Protagonisten endlich das Festgelände vor der Stadthalle von Roth erreichten und freudestrahlend in das Triathlon Stadion einliefen. Noch 200m waren auf dem Roten Teppich im Stadion zu absolvieren und dann war es geschafft. Nette Helfer beglückwünschten jeden Finisher und jede Finisherin und hängten ihm oder ihr die schöne Medaille um. Verdienter Lohn für die Strapazen!

Schlussendlich benötigte Tim 12:02:47 Std. und verbesserte seine alte Bestzeit um fast eine Stunde. Michaela benötigte für die Strecke 13:43:13 Std., was einen respektablen Platz 321 in der Gesamtwertung bedeutete.

Auf das offizielle Ergebnis von Tobias müssen wir leider noch etwas warten, da sein Leihchip einen Defekt hatte und keine Zeitmessung angezeigt wurde. Eigengestoppte 13:00:20 Std. deuten aber auch bei ihm auf eine neuen Bestzeit hin.

Für alle Drei war es nicht der erste Start in Roth und mit Sicherheit auch nicht der letzte. Roth macht eben süchtig!

Zu den hervorragenden Leistungen unserer Athletin und den Athleten gratulieren wir ganz herzlich!!!

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