Ratingen — 25 Januar 2018

Die Stadt Ratingen sucht Bewerberinnen und Bewerber als Schöffen sowohl für das Erwachsenen- als auch für das Jugendstrafrecht.

Die Laienrichter sollen im Erwachsenenstrafrecht am gemeinsamen Schöffengericht des Amtsgerichtes Düsseldorf und in der Strafkammer des Landgerichtes Düsseldorf sowie am Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Ratingen und in der Jugendkammer des Landgerichtes Düsseldorf an der Rechtsprechung teilnehmen.

Für die Amtsperiode vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2023 sind im Bereich des Erwachsenenstrafrechts insgesamt 46 Haupt- und Hilfsschöffen sowie im Bereich des Jugendstrafrechts 15 Jugendhauptschöffen und zwölf Jugendhilfsschöffen zu wählen. Die Gemeindevertretung und der Jugendhilfeausschuss des Rates der Stadt Ratingen werden dem Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht Ratingen Vorschlaglisten mit der doppelten Anzahl der geforderten Kandidatinnen und Kandidaten unterbreiten, aus denen dann in der zweiten Jahreshälfte 2018 die benötigten Haupt- und Hilfsschöffen gewählt werden.

Gesucht werden Bewerberinnen und Bewerber, die in Ratingen wohnen und am 1. Januar 2019 zwischen 25 und 69 Jahre alt sein werden. Wählbar sind deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz tätige Personen (z.B. Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete) und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffen gewählt werden.

Schöffen wirken bei mündlichen Verhandlungen und an der Urteilsfindung mit gleichen Rechten wie der hauptberufliche Richter bzw. die hauptberufliche Richterin mit. Sie urteilen über Schuld oder Unschuld eines Angeklagten und tragen die gleiche Verantwortung für die Entscheidung wie die Berufsrichter. Dabei sind sie nur dem Gesetz unterworfen und an keinerlei Weisungen gebunden. Schöffen sollten über eine ausgeprägte soziale Kompetenz verfügen, sprich: das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet, sie sollten auch in schwierigen Situationen objektiv und unvoreingenommen handeln. Schöffinnen und Schöffen in Jugendstrafsachen sollen erzieherisch befähigt und in der Jugenderziehung erfahren sein.

Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes – gesundheitliche Eignung. Juristische Kenntnisse irgendwelcher Art sind für das Amt nicht erforderlich.

Die Gerichte sind sehr interessiert an Bewerberinnen und Bewerbern aus der gesamten Bevölkerung. Interessenten für das Schöffenamt in Erwachsenenstrafsachen können sich bis zum 31. März 2018 beim Rechtsamt der Stadt Ratingen, Lintorfer Straße 36 in 40878 Ratingen, bewerben (Tel.: vormittags 02102/550-3005). Interessenten für das Amt eines Jugendschöffen richten ihre Bewerbung ebenfalls bis zum 31. März 2018 an das Jugendamt der Stadt Ratingen, Stadionring 17 in 40878 Ratingen (Tel.: 02102/550-5101).

Bewerbungsvordrucke mit den notwendigen Angaben können im Internet z.B. unter www.ratingen.de oder www.schoeffenwahl.de heruntergeladen werden und liegen im Bürgerbüro, im Jugendamt sowie im Rechtsamt bereit.

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