Featured Heimat Ratingen — 02 Februar 2018

Funktionierender Sportplatz als Kollateralschaden? Bisher gab es in Ratingen wenn schon keinen Konsens, zumindest eine solide und verantwortungsbewusste Mehrheit für den Erhalt und die Sanierung des Sportplatzes Schwarzbachstraße und die Nachnutzung des nicht mehr für den Schulsport benötigten Sportplatzes an der Talstraße für Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.


Die SPD Fraktion unterstützte von Anfang an die Pläne der Verwaltung, auf einer Teilfläche des nicht mehr benötigten Sportplatzes Talstraße bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dagegen erhob sich bekanntermaßen Widerspruch einiger Anwohner, die sich gegen eine Änderung des Status Quo aussprachen. Hier ging es weniger um den Erhalt einer nicht genutzten Sportstätte als eher darum, preiswerten Wohnungsbau in er eigenen Nachbarschaft zu verhindern. Das wurde auch bei der Bürgerversammlung deutlich. Daher war die SPD umso erfreuter, dass auch die CDU sich in der bisherigen Beratung gegen die unsachlichen Interessen weniger für die Interessen der vielen Menschen, die eine bezahlbare Wohnung suchen, eingesetzt hat. Im Laufe der Beratungen schlug dann die Verwaltung für das Gelände noch einen Kindergarten dort vor, was die SPD nicht so begeisterte wegen der Reduzierung der Wohnbaufläche. Daher wurde per Ratsbeschluss auch die Suche nach weiteren Standorten in Mitte beschlossen.

Mit dem gemeinsamen CDU-BU-Antrag verlässt die CDU den bisherigen Konsens und scheint sogar willens zu sein nach dem Motto „Koste, was es wolle“ den von der BU ungeliebten Sportplatz Schwarzbachstraße gleich mit über die Wupper gehen lassen zu wollen. Alles nur um ein paar Sozialwohnungen zu verhindern?

So kann und muss man es sehen, zumal nachdem die Verwaltung nochmals mit sehr guten Argumenten gegen die Pläne für den Sportplatz Schwarzbachstraße argumentierte: Der Sportplatz, der intensiv nicht nur für Vereinszwecke sondern auch für Schulsport genutzt wird, würde unnötig verkleinert. Durch erhebliche Umgestaltung müsse die Frage Lärmschutz neu geklärt werden (ggf. sogar Lärmschutzwand!!). Es entstünden unnötige und sehr hohe Kosten. Es nützte im Hauptausschuss alles nichts – CDU und BU blieben unbelehrbar.

Genauso ärgerlich sind die Lippenbekenntnisse der CDU, man wolle ja bezahlbaren Wohnraum auch schaffen, halt nur woanders. Und gerade auf dieser Fläche sei es der CDU wichtig, „dass wir die Wünsche der Anwohner berücksichtigen“. Damit das Umfallen nicht so grausam klingt, will man für „junge Familien“ – den Hinweis, dass diese sich das leisten können müssen, vermeidet die CDU wohlwissentlich – Reihen- und Doppelhaushälften dort bauen. Als ob es in Ratingen einen Mangel an Einfamilienhäusern gäbe!! Hübsch garniert als Feigenblatt wird dieses dann mit der Idee, auf dem Gelände noch einen Neubau für den Seniorentreff Süd zu errichten.

Dazu meint Christian Wiglow, SPD Fraktionsvorsitzender, „Mit dieser Kehrtwende verabschiedet sich die CDU vollends von einer verantwortlichen und dem Gemeinwohl verpflichteten Politik und schwenkt in trautem Einvernehmen mit der BU in Richtung rücksichtslose Klientelpolitik um“. Komisch ist auch, dass die Anwohner, denen doch vorher der „Sport“ so am Herzen lag, offenbar gar kein Problem damit haben, dass jetzt Reihen- und Doppelhaushälften gebaut werden sollen. Deutlicher kann es ja kaum werden, dass es nur darum ging, bezahlbaren Wohnraum zu verhindern!! Politik kann und darf sich aber nicht an Partikularinteressen orientieren, sondern am Gemeinwohl!

Seit Jahren ist bekannt, dass es in Ratingen viel zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt. Der Bestand an Sozialwohnungen ist von 1990 mit noch 6.798 auf nur noch 2.627 im Jahre 2014 bereits um über 60% zurückgegangen. Bis zum Jahre 2026 wird der Bestand um weitere 15% zurückgehen auf dann nur noch 2.225 Sozialwohnungen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage, ohne dass es eine nennenswerte Bautätigkeit für bezahlbaren Wohnraum gäbe. „Wir müssen in Ratingen endlich zu Ergebnissen kommen und mit den ersten Projekten anfangen“, meint dazu Christian Wiglow, SPD Fraktionsvorsitzender. „Und damit wollten wir hier an der Lilie einen Anfang machen“.

„Preisgünstiges und bezahlbares Wohnen ist das große Thema, in dem sich in Ratingen endlich etwas bewegen muss“, so Christian Wiglow, SPD Fraktionsvorsitzender. Ratingen müsse eine Stadt sein, in der alle Menschen leben können. Daher ist es höchste Zeit, dass sich auch in Ratingen endlich etwas tut. Der Markt alleine wird es nicht richten. Ratingen braucht einen politischen Konsens und die Nutzung aller rechtlichen Möglichkeiten. Doch der ist weiter denn je entfernt.

Missstände rund um die S6
Aschermittwoch mit Wehmut

Aschermittwoch mit Wehmut

Februar 14, 2018
TERMINE UND NOTIZEN

TERMINE UND NOTIZEN

Februar 07, 2018
Autobahnanschlussstelle

Autobahnanschlussstelle

Januar 31, 2018

Share

About Author

(0) Readers Comments

Comments are closed.