Heimat Kultur Ratingen — 03 September 2018

Ratingen. Das Amt für Kultur und Tourismus startet am 13. September die neue Veranstaltungsreihe „Vergessen ist einfacher als erinnern“.


Das Kriegerdenkmal am Markt aus dem Jahr 1915 ziert den Flyer
zur Veranstaltungsreihe „Vergessen ist einfacher als erinnern“.

Damit möchten das Kulturbüro, die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv sowie die Gleichstellungsstelle und der Ratinger Heimatverein verstärkt auf die Gedenktage in den kommenden Wochen und Monaten hinweisen. So jährt sich beispielsweise dieses Jahr die Reichspogromnacht zum 80. Mal und das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal.

Die Stadt Ratingen hat in Anbetracht dieser historisch bedeutsamen Daten eine klare Haltung: Auch nach 100 Jahren ist Erinnerungskultur sehr wichtig. Denn wer sich erinnert, kann auch eine bessere Zukunft gestalten. Erinnern bedeutet dabei nicht nur stilles Gedenken, sondern auch lernen, informieren und diskutieren.

Die Veranstaltungsreihe beginnt am Donnerstag, den 13. September, um 17.30 Uhr mit einer Stadtführung unter dem Titel „Ratingen im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648)“. Der etwa zweistündige Rundgang mit Joachim Schulz-Hönerlage führt zu Orten, die vor, während und nach dem Dreißigjährigen Krieg Bedeutung für die Stadt und ihre Einwohner hatten oder die Schauplätze von besonderen Ereignissen waren. Themen des Rundgangs sind die konfessionellen Konflikte, die Einquartierungen von Truppen unterschiedlicher Nationalität sowie die Verteidigung und Zerstörung der Stadt. Der Treffpunkt für die Führung ist das Mahnmal am Kirchplatz von St. Peter und Paul. Die Teilnahmegebühr beträgt 3,- Euro pro Person.

Am Donnerstag, den 20. September, folgt von 17.30 bis 19.00 Uhr ein Stadtrundgang zum Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn der Weimarer Republik. Der Stadtrundgang spürt den Ereignissen an der „Heimatfront“ nach und zeigt die Veränderungen im Leben der Ratinger auf. Von der Aushängung der Mobilmachungsplakate am alten Rathaus, der Arbeit von Frauen und Kriegsgefangenen in der Rüstungsindustrie, der Reaktion auf die Ausrufung der Republik und den ersten Maßnahmen des Ratinger Arbeiterrates führt der Weg anhand historischer Fotografien durch die Innenstadt. Treffpunt für den Stadtrundgang ist das Kino, Lintorfer Straße 1. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe folgt Musik und Kabarett mit der Gruppe Liederschlag (9.10.), ein Vortrag und eine Filmvorführung zum Thema „Kindertransporte“ (30.10.), ein Stadtrundgang mit dem Titel „80 Jahre 9. November“ (voraussichtlich am 7.11.), die Ausstellung „1918: Das Ende des 1. Weltkrieges und die Einführung des Frauenwahlrechts“ (Eröffnung am 8.11. im Medienzentrum), eine Zentralveranstaltung zum Volkstrauertag (18.11.) sowie die damit verbundenen Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen in den Stadtteilen.

Ein Flyer mit allen Veranstaltungen liegt im Kulturamt, in den Stadtteilbibliotheken, im Stadtarchiv und dem Museum Ratingen kostenfrei aus. Er steht außerdem auf der städtischen Homepage www.ratingen.de zum kostenfreien Download bereit.

 

Bild: Stadt Ratingen

 

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