News — 30 März 2017

„Eine Ausbildung zu machen und Fachkraft zu werden, dafür ist es grundsätzlich nie zu spät“, sagt Petra Baumbach, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im jobcenter ME-aktiv. Jacqueline Sperlich (32) aus Erkrath überzeugte das Angebot des Jobcenters und nun ist sie sogenannte Zukunftsstarterin. Sie macht eine Teilzeitberufsausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten.


v.l. Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA)
Petra Baumbach, Jacqueline Sperlich, Projektkoordinatorin Adrienne Sobotta

„Als es mit den ersten Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz nach dem Schulabschluss nicht geklappt hat, musste ich Geld verdienen und arbeitete im Verkauf“, erinnert sich Jacqueline Sperlich. Anschließend bekam sie zwei Kinder, die mittlerweile zwei und fünf Jahre alt sind. „Nach der Elternzeit wollte ich eigentlich wieder in den Verkauf einsteigen. Ich war sehr überrascht und zunächst natürlich auch skeptisch, als mir das Jobcenter vorschlug, noch eine richtige Ausbildung zu machen.“
„Frau Sperlich war von Anfang an hoch motiviert und fleißig“ erinnert sich Adrienne Sobotta, Projektkoordinatorin bei der Tertia Berufsförderung GmbH & Co. KG in Ratingen. Hier werden 16 Alleinerziehende ab 25 Jahren dabei unterstützt, eine Ausbildung oder Umschulung aufzunehmen. „Neben einer ausführlichen Potenzialanalyse gibt es Bewerbungstrainings und Förderunterricht. Die Teilnehmerinnen unterstützen sich gegenseitig in Gruppentrainings und arbeiten ehrgeizig daran, schnellstmöglich einen Ausbildungsplatz zu finden“. Wenn die Kinderbetreuung fehlt, werden die Kinder vor Ort betreut. „Entscheidend ist, dass wir die Alleinerziehenden ganzheitlich unterstützen. Das was noch fehlt, um eine Ausbildung zu beginnen, klären wir gemeinsam mit den Müttern. Erst dann kann es gelingen, dass die Teilnehmerinnen gestärkt die Ausbildung beginnen“, sagt Adrienne Sobotta.

Besonders dabei ist, dass es sich um eine Teilzeitberufsausbildung handelt, die zwei Jahre dauert. Jacqueline Sperlich arbeitet 29 Stunden in der Woche, Donnerstag und Freitag besucht sie die Berufsschule. „Meine Kinder kann ich vorher in die Kita bzw. zur Tagesmutter bringen und sie auch rechtzeitig wieder abholen“ freut sich die engagierte Mutter. Bei ihrem neuen Arbeitgeber BD&E Rechtsanwälte in Düsseldorf fühlt sie sich wohl und anders herum gibt es ebenfalls gute Rückmeldungen, wie Adrienne Sobotta weiß „Die Arbeitgeber sind meist sehr positiv überrascht von den älteren Azubis. Sie sind eben besonders fokussiert und wollen unbedingt die Ausbildung beenden.“ 11 der 16 Teilnehmerinnen im Projekt haben es geschafft, einen Ausbildungsplatz zu finden und bei den meisten gibt es eine sehr gute Chance auf Übernahme. Tolle Ergebnisse, die der ganzheitlichen Betreuung Recht geben. Denn auch während der Ausbildung können sich die Teilnehmerinnen und die Arbeitgeber an die Ansprechpartner bei der Tertia wenden.

„Wir wünschen uns noch ganz viele Zukunftsstarterinnen und Zukunftsstarter“, sagt Petra Baumbach. „Unsere Aufgabe im jobcenter ME-aktiv ist es, die älteren Kundinnen und Kunden davon zu überzeugen, dass sich eine Ausbildung immer lohnt und wir sie dabei bestmöglich unterstützen.“

Jacqueline Sperlich ist zufrieden, auch wenn es eine große Aufgabe ist, alles unter einen Hut zu bringen. „Es gibt natürlich auch sehr anstrengende Tage. Alles muss immer gut organisiert sein, ich muss mir meine Zeit sinnvoll einteilen“, sagt sie. Aber am Ende des Tages ist sie glücklich „ Ich komme jetzt mit einem guten Gefühl nach Hause. Ich bin nicht mehr nur Mutter sondern eine starke Frau, die auch für ihre eigenen Ziele kämpft.“

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